Jugend
forscht Lehrer erhält „Klaus-von-Klitzing-Preis 2010“
Universität Oldenburg und EWE Stiftung vergeben mit 10.000 Euro dotierte
Auszeichnung für besonders engagierte Pädagogen
Der Jugend forscht Betreuungslehrer Dr. Hans-Otto Carmesin ist „Lehrer des
Jahres für naturwissenschaftliche Fächer“. Heute Abend wird der Pädagoge aus
Stade im Alten Gymnasium in Oldenburg mit dem „Klaus-von-Klitzing-Preis 2010“
ausgezeichnet. Die nach dem deutschen Physik-Nobelpreisträger benannte Ehrung
erhalten Pädagogen, die sich in besonderer Weise um die Anregung der
Schülerinnen und Schüler zu wissenschaftlichem Arbeiten und Denken verdient
gemacht haben. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird jährlich von der Carl von
Ossietzky Universität Oldenburg und der EWE Stiftung in Anwesenheit von
Professor Klaus von Klitzing vergeben. Die Nominierung erfolgt in Kooperation
mit namhaften Förderern aus dem Bildungsbereich, darunter auch die Stiftung
Jugend forscht e. V.
Der 50-jährige Dr. Hans-Otto Carmesin ist Fachlehrer für Physik, Mathematik,
Informatik und Astronomie am Gymnasium Athenaeum Stade. 1994 betreute er
erstmals ein Forschungsprojekt bei Deutschlands bekanntestem
Nachwuchswettbewerb. 1999 übernahm Carmesin die Leitung der Jugend forscht
Arbeitsgemeinschaft am Athenaeum, aus der seitdem eine Vielzahl erfolgreicher
Jungforscher hervorgegangen ist – unter ihnen auch Raphael Errani, Bundessieger
von 2007 und 2009. Darüber hinaus verantwortet Carmesin eine Reihe weiterer
Förderaktivitäten: Er betreut unter anderem Schüler, die sich an
Mathematik-Wettbewerben beteiligen. Ferner organisiert er an seiner Schule eine
sogenannte Herbstakademie, die es Jugendlichen ermöglicht, während der Ferien in
naturwissenschaftlich-technischen Fächern kleinere Forschungsprojekte
durchzuführen. Carmesin ist Initiator der sogenannten Schülerhilfe am Athenaeum,
bei der leistungsstarke Jugendliche ihre schwächeren Mitschüler im Lernprozess
unterstützen. Darüber hinaus bietet er laufend naturwissenschaftliche
Exkursionen an.
Bei der Preisübergabe würdigt von Klitzing den Laureaten als einen Lehrer, der
sich seit Jahren mit große Wirkung dafür einsetze, dass Schülerpersönlichkeiten
individuell und interessenspezifisch gefördert würden. Seine Überzeugung sei es,
dass sich Schülerinnen und Schüler besonders gut entwickelten, wenn sie ein
Forschungsprojekt aktiv und verantwortlich umsetzen. Die Erfolge seiner Lehre
bestätigten eindrucksvoll dieses Konzept, so Klitzing.
Der Namensgeber des Preises, Professor Klaus von Klitzing, verbrachte die
ersten Jahre seiner Schulzeit in Oldenburg. 1985 wurde der Wissenschaftler für
den von ihm entdeckten „Quanten-Hall-Effekt“ mit dem Nobelpreis für Physik
ausgezeichnet. Seit 1985 ist der Nobelpreisträger Direktor des
Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung in Stuttgart. Zuvor war er
Lehrstuhlinhaber an der Technischen Universität München.