Die Grundregeln für die Erstellung einer Wettbewerbsarbeit

Für die Erstellung einer Arbeit gelten die folgenden Grundregeln:

a)   Der Umfang der Arbeit sollte 15 DIN A4 Seiten einschließlich Inhaltsverzeichnis, Fotos, Grafiken,  Tabellen und   Literaturverzeichnis nicht überschreiten.

b)   Der Text wird mit Schreibmaschine oder Textverarbeitung 1 ½ -zeilig geschrieben. Die jüngeren Teilnehmer bei Schüex dürfen die Arbeit aber auch in handschriftlich angefertigter Form abgeben. Die  Arbeit wird als pdf-Datei auf CD gespeichert und in dieser Form abgegeben.

c)  Jede Seite muss links einen 4 cm breiten Rand haben, damit die Arbeiten später abgeheftet werden  können.

d)  Zwei Formblätter für das Deckblatt und die Kurzfassung der Arbeit erhält man bei der Anmeldung der Arbeit.

e)  Die erste Seite der Arbeit ist die Kurzfassung. Sie vermittelt der Jury und dem Publikum beim Wettbewerb den ersten wichtigen Eindruck von der Arbeit. Es lohnt sich, auf diese Seite etwas Zeit und Mühe zu verwenden. Thema, Ziel, Methoden und Ergebnisse des Forschungsprojekts müssen hier übersichtlich und verständlich skizziert und zusammengefasst werden.

f)     Die Arbeit muss eine Gliederung aufweisen. Diese bleibt in Aufbau und Gestaltung dem jeweiligen Jungforscher(in) überlassen. In der Regel hat sich aber die folgende Strukturierung bewährt:

   1 Inhaltsverzeichnis mit Seitenzahlen

   2 Einleitung

Hier wird beschrieben, wie man auf das Forschungsthema gekommen ist. Man erläutert die Frage- bzw. Themenstellung der Arbeit. Man kann hier auch auf bereits vorhandene Forschungsergebnisse verweisen. 

3 Hauptteil

3.1  Methode

Der Aufbau, die Anordnung und der Ablauf des Versuches sollen hier detailliert und nachvollziehbar geschildert werden. Wichtig für die Dokumentation sind Zeichnungen, Fotos, Grafiken u.a.

Welche Geräte, Chemikalien usw. wurden verwendet? Welche Methode liegt den Untersuchungen zu Grunde? Wie sind die Versuche abgelaufen? Gab es bei den experimentellen Untersuchungen auch unerwartete Probleme oder gar Fehlschläge? Mussten Geräte überarbeitet, Aufbauten abgeändert, Programme verbessert werden? Wurden Versuchsreihen wiederholt?

Dieses und jedes weitere Kapitel im Hauptteil kann weiter untergliedert werden. Die Kapitel heißen dann 2.1.1 und 2.1.2. usw. 

3.2  Experimentelle Ergebnisse

In Tabellen, Grafiken, Statistiken werden die Untersuchungen anschaulich dargestellt und in einem Text ausführlich dargestellt. 

3.3  Diskussion

In diesem Abschnitt der Arbeit werden die Ergebnisse der Untersuchungen im Hinblick auf die ursprüngliche Fragestellung diskutiert. Was konnte man z.B. genau nachweisen? Haben sich überraschende Ergebnisse gezeigt? Wurden früher gemachte Untersuchungen widerlegt oder erweitert? 

3.4 Schluss

Im letzten Kapitel der Arbeit wird ein Fazit gezogen. Welche Schlussfolgerungen oder Konsequenzen ergeben sich aus den Untersuchungen? Wo könnte nachgehakt oder weitergeforscht werden? 

3.5 Literaturverzeichnis

Im Literaturverzeichnis werden alle Bücher, Zeitschriften, Zeitungen usw. aufgeführt, die für die angefertigte Arbeit verwendet wurden. Innerhalb der einzelnen Gruppen werden die Quellen in alphabetischer Reihenfolge (entscheidend ist der Nachname des Autors) aufgelistet. Bei der Gruppe „Bücher“ sind die folgenden Angaben zu machen: Name des Autors, Titel, Erscheinungsort und Erscheinungsjahr.

 

g)  Für die anzufertigende Arbeit gelten die folgenden Zitierrichtlinien: Wenn Texte oder Abbildungen aus der Literatur in die Arbeit übernommen werden, müssen diese deutlich gekennzeichnet werden. Alle wörtlich zitierten Sätze oder Satzteile werden in Anführungszeichen gesetzt. Am Schluss des Zitats steht in Klammern der Literaturnachweis. Hier müssen der Nachname und der abgekürzte Vorname des Autors, das Jahr der Veröffentlichung und der Seitenzahl des Zitats aufgeführt sein. Auszüge aus der Fachliteratur, das gilt auch für Experimente, die nicht wörtlich, aber sinngemäß übernommen wurden, müssen nicht in Anführungszeichen gesetzt werden. Hier genügt ein Literaturnachweis. Wurden in die Arbeit Fotos oder Abbildungen übernommen, so müssen diese sowohl in der Bildunterschrift wie auch beim Textzitat angegeben werden

h)  Was die Kennzeichnung anbetrifft, müssen alle Abbildungen in der Arbeit klar beschriftet werden. Die Angaben können im Bild oder in einer Bildunterschrift erscheinen. Eine aussagefähige Bildunterschrift muss erkennen lassen, welchen Zweck die Versuchsskizzen, Tabellen oder Grafiken dienen sollen. Versuchsskizzen sollten Angabe enthalten über die verwendeten Bauteile, Kennzeichnung der eingebauten Messgeräte mit Messbereichen, eventuell Angaben über die Messgenauigkeit usw. In den Tabellen mit den Messwerten und Messergebnissen müssen alle gemessenen Größen gekennzeichnet sein. Die Messtabellen müssen deutlich erkennen lassen, welche Größen erfasst und welche Werte eingetragen wurden. Bei der Darstellung von Grafiken ist zu beachten, dass auf jeder Koordinatenachse die jeweils dargestellte Größe mit Angabe der benutzten Einheit sowie der verwendete Maßstab eingetragen werden. Es dürfen nur Formelzeichen nach DIN bzw. IUPAC verwendet werden. Alle Formeln und Gleichungen müssen als Größengleichungen geschrieben werden. Die in ihnen auftretenden Größen werden also nur durch die Buchstabensymbole ohne den Zusatz von Einheiten bezeichnet.

i)    Beim Zusammenstellen der Experimente für die Arbeit ist unbedingt darauf zu achten, dass gefährliche und umweltschädliche Chemikalien durch weniger gefährliche und für die Umwelt unschädliche Stoffe zu ersetzen sind. Dass beim Experimentieren eine ganze Reihe von Vorschriften einzuhalten sind wie z.B. eine Schutzbrille, eventuell ein Abzug, Gefäße für die Entsorgung der verbrauchten Chemikalien usw. soll hier nur der Vollständigkeit erwähnt werden. Hier ist in jedem Fall der Betreuungslehrer(in) mit seinem Rat gefragt. Während des Wettbewerbs sind Demonstrationen von Experimenten in der Regel nicht nötig. Es genügen dann die Beschreibungen der wesentlichen Versuche.

Wenn man diese vielfältigen Vorgaben für eine Wettbewerbsarbeit sieht, so kann man sich denken, dass die Jugendlichen in der Regel bei einem Alleingang überfordert sind. Schon bei der Auswahl eines Themas für die Arbeit werden sie sich einen Betreuungslehrer für die Arbeit ausgewählt haben. Häufig ist dies der Chemielehrer, der auch den kommenden Jungforscher in seinem Unterricht hat. Bei einer Unterredung muss auch geklärt werden, ob die Arbeit in der Schule angefertigt werden muss und zu welchen Zeiten dies möglich ist.

Ein weiteres Problem sind die entstehenden Kosten. Es gibt Lehrmittelfirmen oder Patenfirmen, die Geräte und eventuell. auch Chemikalien zur Verfügung stellen. Benötigt man also ein Gerät für die Forschungsarbeit und ist der Etat der Schule dazu nicht in der Lage Mittel bereitzustellen, so kann man eine finanzielle Unterstützung beim Landeswettbewerbsleiter (Link zu den Adressen s.u.) oder bei der Zentrale in Hamburg (Link zu dieser Adresse s.u.) beantragen. Häufig ist es so, dass dann die erhaltenen Geräte als Dauerleihgabe an den Schulen verbleiben.

Wichtige Kriterien für die Jury bei der Bewertung einer eingereichten Arbeit:

a) Originalität der zugrundeliegenden Idee

b) Eigenständigkeit bei der Themenfindung

c) Kreativität des Lösungsweges

d) Eigenständigkeit der Bewertung

e) Exaktheit der Datengewinnung und -analyse

f) Überzeugende Schlussfolgerungen

g) Einbeziehung von Fachliteratur, die über Schulbücher hinausgeht

h) Struktur der schriftlichen Darstellung

i) Klarheit der mündlichen Präsentation

j) Hintergrundwissen im Fachgespräch

k) Schwierigkeitsgrad unter Berücksichtigung des Alters

l) Klarheit und Verständlichkeit der Präsentation am Stand

Es soll aber hier noch Folgendes besonders betont werden: Die Jury beeindruckt es nicht, wenn der Jungforscher z.B. Spektren oder andere Auswertungen an den Instituten einer Universität für seine Arbeit anfertigen ließ. Es ist wichtig, dass die Arbeit und damit auch alle Messungen vom Jugendlichen selbständig durchgeführt wurden. Wenn ein Gerät für diese Messungen auch noch selbst gebastelt wurde, dann ist dies in den Augen der Jury besonders wertvoll.

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oder zu den Adressen der Landeswettbewerbsleiter

bzw. der Homepage von Jugend forscht